Man hätte es wissen können – 35°C auf dem Rad mit Gepäck sind kein Zuckerschlecken. Daher haben wir uns auch an leckeres Eis gehalten. Davon gab es dafür auf unserer Tour von Mailand über Turin und Genua jede Menge. Außerdem fielen diverse steigungsbelastete Abschnitte dem Angebot von trenitalia zum Opfer und wir dafür nicht dem Hitzetot.
Mailand an einem Sommerwochenende war wirklich sehr schön, aber auch voll. Wir sahen uns baumbewachsene Häuser, den monumentalen Friedhof und natürlich auch das Fussballstadion an. Wir hatten auch Glück und konnten uns da Vinci’s Letztes Abendmahl ansehen.













Von Mailand fuhren wir an dem unglaublich riesigen Kanalnetz zum Ticino und weiter durch das Piemont. Überall in der Ebene wuchs Reis oder Mais. Novaro mit seinem riesigen Kirchturm passieren wir wie auch Vercelli.




Dann verließ uns wieder mal das Komoot-Glück und nur an einer stark befahren Straße kamen wir nach Viverone. Der dortige See mitten n den Bergen war wunderbar. Auch gab es das beste Eis auf der ganzen Tour. Leider musste in der Nähe nicht nur ein Waldbrand gelöscht werden. Die Löschflugzeuge füllten ihre Tanks im See – jedes Mal dennoch ein spannendes Spektakel.



Weiter ging es nach Turin.




Turin ist eine wunderbare Stadt mit viel Grün und einem phänomenalen Bergpanorama am Horizont. Abends bot die Fondazione Sandetto Re Rebaudengo auch noch einen Kunstschmaus.










Die nächste Etappe fuhren wir bauchschmerzbedingt mit dem Zug nach Cuneo.
Cuneo auf einem Bergsattel gelegen ist eine unglaublich lebendige Stadt. Überhaupt sind auch kleinere italienische Städte voller Leben (naja, außer in der Mittagspause…) und es ist unklar, wie sie dem bei uns grassierenden Leerstand entgehen. Am Nachmittag besuchten wir den Fabrikverkauf von Venchi, der gleich um die Ecke liegt. Am Abend war ein großes Musikfestival in der Stadt und die Hauptmeile wurde von Aperol gesponsert – sehr spritzig, aber wir waren ja in Familie.

Weiter ging es in die Berge in die Nähe von Mondovi auf den schönsten Zeltplatz der Tour. Mauricio bietet viel Grün und einen supertollen Pool. Mondovi selbst haben wir leider nur aus der Ferne gesehen, weil wir mit dem Zug weiter in die Berge fahren wollten. …und gut, dass wir zum Bahnhof sind, denn man darf wie überall zwar die Schienen nicht überqueren, aber die Aufzüge sind zu klein oder funktionieren nicht – Bürokratie ist einfach nur Mist. Die geplante Bergabfahrt nach Savona war dann doch tückischer mit Steigungen bestückt als gedacht. Aber der lokale „Sherpa“ führte uns zumindest zu einer wunderbar eiskalten Badestelle, die eben wirklich nur er kannte.



Nach Savona fuhren wir an einem Kreuzweg mit vielen Kapellen hinein. Sogar einen Platz auf Steingarten Boden bekamen wir auf dem Zeltplatz am Meer noch ab … und dann regnete es sogar ein wenig. Weiter ging wir die Küstenstraße, die für uns teilweise ein schöner Radweg durch alte Eisenbahntunnel war, nach Genua.





Die Einfahrt in die Stadt war gruselig – über Hochbrücken, neben den Motorrollern und im dichten Verkehr vorbei an Hafenanlagen und Industriegebieten.

Aber dann kam die Innenstadt und die ist ja wirklich genial! Tolle Villen und Stadtpaläste, kleine Parks, wunderschön. Eine Straße voller Palazzi ist die Via Garibaldi – man sieht, dass hier nicht nur die Lira rollte…. Als Sachse kennt man Weesenstein mit seinem Pferdestall in der 3. Etage, aber in Genua sind Parkdecks von ober zu befahren wie Menschen ihre Dachwohnungen auch über Stege von dem umliegenden Höhen aus erreichen. Überall gibt es Fahrstühle und Seilbahnen – ein richtig italienisches Gewirr. Ein kleiner Ausflug führte uns auch nach Boccadasse mit seinem kleinen Kiesstrand.












Der Weg über das Küstengebirge schreckte uns bei der Hitze sehr und wir fuhren mit dem Zug entspannt bis Pavia, der alten Langobardenhauptstadt. Der Zeltplatz war schön gelegen nahe der quirligen Stadt, wo es auch wieder superleckeres Eis gab.


Von Pavia fuhren wir entlang der Kanäle und des Ticinos, der auch zum Baden einlud bis zum zum Lago di Comabbio. Der sollte schönste Natur bieten und wir wollten den Touristenströmen des Lago Maggiore entgehen. Leider gab es nach einer quälenden Auffahrt ein Badeverbot und einen schon geschlossenen Pool… Wir fuhren also am nächsten Morgen zum Lago Maggiore. Allerdings waren die Algen vor uns da und so richtig einladend ist das Wasser nicht. Also besuchten wir das touristische Arona und, nun auch das Auto wieder abgeholt habend konnten wir sogar auf einen der umliegenden Gipfel fahren und spazieren um einen wunderbaren Blick zu erhaschen.



In Galeron besuchten wir noch das MAGA-Museum und aßen leckerste Pasta

…und schon ging es leider wieder auf die lange Heimreise.