Und wenn Du nicht folgst…

…geht´s ab in´s Internat! Das ist sicherlich eine ziemlich bekannte Drohung gegenüber den Sprösslingen – zumindest in „gutbürgerlichen“ Familien. Umso interessanter war die Gesprächsrunde über Elitenförderung mit Dr. Esser. Er hat jahrelang in Salem gearbeitet und in internationalen Schulen weltweit hospitiert, nun baute er in Sachsen www.sankt-afra.de auf und leitet es noch. Besonders spannend fand ich, den Glanz in seinen Augen wenn er von der erlebten Internationalität spricht, die für Kinder und Jugendliche wichtig und jetzt in St. Afra noch viel zu wenig da sei. Gerade diesen Punkt kann ich nachvollziehen. Wenn wir unsere Top-Schulen nicht attraktiv für Ausländer machen, werden es die Top-Schüler schwer haben, aber wie sieht es dann erst in den normalen Schulen aus. Warum wir nicht mehr Förderung – nicht nur des unteren Randes sondern auch der angehenden Elite (und das ist sie nicht, weil sie sich selbst so nennt!!!) zulassen ist mir ein Rätsel, wenn ich höre, dass 4,8 Mrd. EUR pro Jahr für Nachhilfestunden ausgegeben werden. Da sollten doch die Eltern motiviert werden, dieses Geld lieber ihrer Schule zu geben und die Lehrer noch ein wenig motivieren, mehr zu machen (Geld ist ja wohl da der große Motivator, wenn man dem diesbezüglichen Gejammer der Gewerkschaften glauben darf).

CYNET_art II


Das beste „Objekt“ schlechthin ist der „Lebendigmacher“ von Zachary Liebermann. Einfach Dinge malen und dann mit ihnen mit den Händen spielen können – einfach Klasse! Das dürfte für jeden Museum der Traum schlechthin sein. Aber auch die Installation mit verschiedenen Webcams ist interessant. Schwer schockierend die Nachstellung eines Experiements aus dem Jahr 1961 – Probanten stellen anderen in einem anderen Raum Fragen und bei falschen Antowrten sollen sie die anderen per Elektroschock bestrafen, da das das Lernen anregen würde. Die Spannung geht bis 450V und obwohl die Gepeinigten schreien, machen die meisten weiter weil der Experimentsleiter sagt, dass alles ok wäre. Am Ende klärt sich auf, dass es keine Schocks gab, sondern die Schreie eingespielt wurden. Das erinnert an den Fill – das Experiment. Interessanterweise wurde das Experiment mit ach so demokratisch indoktrinierten und überhaupt nich obrigkeitshörigen Amis gemacht. Dort wären ja bestimmte geschichtliche Phänomäne NIE vorgekommen, weil sie schon genetisch offensichtlich ganz anders angelegt sind und der Obrigkeitsstaat deutscher Prägung keinerlei und zwar absolut keinerlei Chancen hätte…

CYNET_art 06

Die Verleihung der Preise war toll – coole Programmierkünstler trafen auf altbackene Kunstkritiker, die sich den Anstrich der Modernität gaben. Na, zum Glück waren aber auch ein paar coole „Alte“ dabei ;-)))

Das Festival www.cynetart.de ist nun 10 Jahre alt und scheint international schon einige Leute anzuziehen. Dan Vergleich mit Linz halte ich persönlich noch ein wenig für gewagt, aber das kommt sicher auch noch. Schade eigentlich, dass die Verbindung zur Technik wie zu Zeiten der Comtec nicht mehr ganz so physisch ist. Das würde sicherlich der Industrie das große Potential besser aufzeigen. Einige sind natürlich gleich dabei, weil sie wissen wie man an junge Talente kommt, aber vor allem die schsischen Mittelständler brauchen bekanntermassen oft ein niedrigeres Stöckchen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Nicht zu vergessen das Zitat des Abends:“ Ich zitiere jetzt auch meinen Grußwort. ….“ – ja manche Leute müssen schon so auf ihre eigene Bedeutung achten.

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